Frau Höpker bat zum Gesang …

und ich ging hin. Und es war suuuuuuuper. Ich habe seit Langem nicht mehr so viel Spaß gehabt! In den Henkel Saal in Düsseldorf schmetterte ich aus voller Kehle, gemeinsam mit Hunderten von fremden Menschen, die unterschiedlichsten Lieder. Angefangen mit “Über den Wolken”, über “Super Trouper” von ABBA, und mir unbekannten deutschen Schlagerhits und Karnevalslieder aus Köln – nein, nicht wirklich, die habe ich nicht mitgesungen. Aber erstaunlicher Weise sangen alle anderen im Saal auch diese Lieder voller inbrunst – und das in Düsseldorf. So viel Toleranz! Ach, und geschunkelt haben wir auch.

Frau Höpker

Nach fast drei Stunden trat man beschwingt und immer noch singend den Heimweg an. Es war einfach herrlich. Frau Höpker hat auch Zettel ausgelegt, auf denen wir unsere Wunschtitel eintragen konnten. Diese Songs würde sie dann in ihrem nächsten Programm einbauen, sagte sie. Das Marketing hat sie auch drauf, die Frau Höpker. Denn so sorgt sie dafür, dass ich auch nächstes Mal wieder dabei bin. Ich will die Songs schließlich nicht nur auf irgendeine Liste eintragen, ich will sie auch siiihiiiingehen.
Ihr fragt, wer Frau Höpker ist? Sie ist eine Musikerin aus Köln, die in ganz NRW Menschen zum Mitsingen verleitet.
Wer mehr wissen will, klickt auf die Webseite von Frau Höpker

Unheimliche Begegnung mit einer Großstadtkampfmutti

Passt in jede Parklücke

Passt in jede Parklücke

Samstag, es regnet, und ich fahre mit dem Auto zum Supermarkt, statt zu radeln. Natürlich sind die Parkplätze rar und ich muss zwei mal den Parkplatz umrunden, ehe ich sehe, dass ein Auto wegfährt und ich in die kleine Lücke parken kann. Ich erledige die Besorgungen, die ich in den verschiedenen Läden erledigen muss, und kehre mit meiner Tüte zum Auto zurück. Da sehe ich, wie eine Frau mit ihrer Autotür gerade an dem Lack meines Autos schrappt. Ich sehe, dass sie versucht ein Kleinkind samt Kindersitz aus ihrem Auto zu holen. Doch der Platz zwischen unseren beiden Gefährten ist zu eng. Die Frau drückt ihre Türe immer fester in die Seite meines Kleinwagens. Ich bleibe stehen, und schau dem Treiben eine Weile zu. Ich ernte böse Blicke. Sie weiß nicht, dass das kleine Auto neben ihrer Familienkutsche von der Größe eines Kleinlastwagens mir gehört. Normalerweise sind mir Schrammen und Dellen relativ egal. Doch mein Auto ist noch kein halbes Jahr alt. Da bin ich noch ein wenig empfindlich, da bin ich noch nicht so weit, als dass mir der zerkratzte Lack egal wäre. Schließlich sage ich also: Entschuldigen Sie, aber sie zerkratzen gerade mein Lack.Was erwarte ich zurück? Vielleicht, dass sie aufhört, die Türe ihres Autos in die Seite meines Autos zu rammen? Oder dass sie Sorry sagt? Stattdessen bäumt sich die Kampfmutter empört auf.“Sehen Sie nicht, dass ich hier versuche, mein Kind aus dem Auto zu holen? Soll ich es etwas durch den Kofferraum aussteigen lassen?“ brüllt sie mich an, und macht weiter. Mir bleibt die Sprache weg. Ich bleib wie angewurzelt stehen und schaue nur noch zu.
Nein, liebe Kampfmutter, ich habe großes Verständnis für Mütter und Kinder. Aber wie wäre es gewesen, wenn sie auf eine Parklücke gewartet hätten, die die Größe ihres Riesenautos entspricht? Oder wenn Sie sich auf den Busparkplatz gestellt hätten? Oder wie wäre es wenn Sie mit einem normalen Kombi ihre Kinder kutschieren? Aber nein, es muss ja ein SUV der Extraklasse sein, denn in einem Kleinwagen passt ja der Concord Airfix Mega Maxi Deluxe Sicherheits Kinderautositz ja nicht rein. Wer das nicht versteht, wird einfach angebrüllt. Sich entschuldigen? Wofür denn auch. Vergessen hat die Kampfmutter dabei, dass Kinder Umgangsformen von ihren Eltern lernen.

Manchmal braucht’s ‘nen zweiten Hörgang!

FS-SF-Cover-310813 (908 x 883) Ob das, was ich schreibe, irgendjemanden wirklich interessiert oder gar erfreut, erfahre ich in den seltensten Fällen. Zwei Mal gab es in den letzten 6 Jahren böse Leserbriefe an ein Familienmagazin für das ich regelmäßig schreibe. Ein Mal hat sich ein Leser bitterböse darüber beschwert, dass ich so oft das Wort “Kids” benutze, wo es doch das deutsche Wort “Kinder” gäbe. An den Grund der zweiten Beschwerde erinnere ich mich gerade nicht. Zwei oder drei Mal gab es auch einen positiven Feedback. Doch meistens erfahre ich nicht, wie mein Geschriebenes bei Leser_innen ankommt. Doch diese Woche hat richtig schön angefangen. Mit einer Dankes-Mail von der Sängerin Feline Lang zu meiner Rezension ihres neusten Albums “Science Fiction” „Vielen herzlichen Dank für die wunderschöne Rezension! Wir freuen uns riesig. Dürfen wir aus dem Text zitieren, mit Quellenangabe natürlich?“ schrieb die Frontfrau der Band Feline & Strange. Dabei hat mir die Musik beim ersten Anhören gar nicht gefallen. Neugierig wegen der interessanten Aufmachung des Covers hatte ich die CD in den PC geschoben, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen, während ich gerade mit einem anderen Thema beschäftigt war. Seltsame Musik drang an meine Ohren, penetrant, leicht dissonant – und störte mich beim Schreiben. Nach dem 3. Track drückte ich auf Stopp. Ich hatte genug gehört. Zu diesem Album würde ich mich nicht allzu positiv äußern können. Ein paar Tage später legte ich die CD erneut auf, dieses Mal nicht im Arbeits- sondern im Wohnzimmer. Ich hatte der PR-Frau versprochen, einen zweiten Hörversuch zu wagen. Und siehe da: Je aufmerksamer ich zuhörte, desto mehr gefiel mir die Scheibe, die so gar nichts Mainstreamiges hat. Kein Ohrwurm-Melodiechen, kein leichtes Tralala. Nein. Stattdessen ein interessantes Album mit viel Witz, Intelligenz und schräger Musik. Sehr anders.  An Halloween kommt „Science Fiction“ heraus. Am Mittwoch, 30.10. ist die Release Party in Berlin. Wer kann, der gehe hin. www.hausdersinne.de Es wird bestimmt ein toller Abend! Schade, schade, dass ich nicht dabei sein kann. Und danke Feline, für deine Dankesmail, die meiner Woche einen guten Start gegeben und mir wieder deutlich gemacht hat, was ich an meiner Arbeit liebe.

Zur Rezension geht es hier lang…

Von Blumen und Skypen

Gudrun

Wenn jeder Montag zu wäre wie heute! Als ich nach Hause kam, klebte ein Post-it-Zettel an meinem Briefkasten. „Liebe Frau A., Ich habe einen Blumenstrauß für Sie angenommen. Ihre Frau S.“

Frau S. ist eine alte Dame, die auf der ersten Etage wohnt, und immer Pakete, Päckchen oder dickere Umschläge für mich entgegennimmt, die nicht durch den Schlitz meines Briefkastens passen. Einige Postzusteller von DHL, Hermes oder UPS klingeln gleich bei ihr, wenn sie Post für mich haben. Das liegt aber wahrscheinlich weniger daran, dass sie annehmen, ich sei nicht zu Hause, und eher daran, dass die Kerle keine Lust haben, die Treppen bis ins Dachgeschoss hoch zu steigen. Wie auch immer, die liebe Frau S. hat mir manchen Gang zur Poststelle erspart. Aber heute war es kein Päckchen, sondern ein Blumenstrauß. Frau S. ist 95 Jahre alt, sie braucht etwas Zeit bis zu ihrer Wohnungstüre, wenn man bei ihr klingelt. Als sie öffnete, war ihre erste Frage: Haben Sie heute Geburtstag? Nein, hatte ich nicht. Sie lächelte ganz verschmitzt. Ah, einen neuen Verehrer?tippte sie. Nein, den hatte ich leider auch nicht. Ich trat in ihre Küche ein, wo ein wunderschöner Blumenstrauß in meinen Lieblingsfarben in einer Vase auf der Arbeitsplatte stand. Da ist auch eine Karte, sagte Frau S. Wir waren inzwischen beide sehr neugierig. Ich fischte den Umschlag aus der Fleurop-Schutzfolie heraus, öffnete ihn und entnahm die Karte. Fr. S. lächelte fragend. Ich zeigte ihr die Karte mit einer so lieben und berührenden Nachricht, die kein Verehrer hätte schreiben können. So viel Empathie ist Männern fremd. Meine liebste Freundin, mit der ich am Abend vorher telefoniert hatte, hatte meine Stimmung intuitiv erfasst und mir diesen wunderbaren Blumengruß geschickt. Frau S. freute sich mit mir, und teilte mir dann ihre große Neuigkeit mit. „Ich habe ein Tablett“, strahlte sie mich an. „Seit 3 Wochen! Wollen Sie es sehen?“ Wir hatten uns vor zwei Jahren mal kurz über „Computer“ und „was sie alles können“ unterhalten. Das war ein Thema, mit dem sie sich nicht auskannte und sich auch nicht auskennen wollte. „Ach, mit meinen 90 Jahren doch nicht mehr“, hatte sie gesagt. Erzählt hatte ich, wie ich mich damit via Skype mit meiner Schwester, die auf einem anderen Kontinent lebt, unterhielt, und wie wir uns dabei ich Echtzeit sehen konnte. Auch Frau S. Kinder leben weit weg. Die Tochter in den USA, der Sohn irgendwo in Süddeutschland. Die Tochter war im Sommer zu Besuch und hatte ihr Notebook mit, und als ich mal wieder meine Post bei Frau S. abholte, meinte die Tochter zu ihrer Mutter, „Bestimmt könnte Frau A. Dir erklären, wie das funktioniert“. Aber gerne, erwiderte ich. Doch Frau S wiegelte wieder ab, nein, nein, sie könne sich in ihrem Alter nicht mehr und so weiter. Und nun folgte ich ihr ins Wohnzimmer, wo ein niegelnagel neues Tablet auf dem Tisch lag. Stolz klappte es auf und zeigte mir, wo sie drauf klicken musste, um eine Internet-Verbindung zu bekommen. Sie erzählte vom netten, jungen Mann, der ihr das Ganze eingerichtet und erklärt habe, und zeigte mir die Screenshots, die er ihr zur Orientierung dagelassen hatte. Und dann erzählte Frau S. aufgeregt, wie sie nun seit 3 Wochen jeden Abend um 20 Uhr mit ihrer Tochter im fernen Amerika telefoniere – mit Liveshaltung. Und freute sich dabei wie ein Jugendlicher über den neusten iPhone. Es war eine wahre Freude, die Freude meiner Nachbarin zu erleben. Ich weiß nicht, worüber ich mich mehr gefreut habe, meinen herrlichen Blumenstrauß, oder die Freude dieser 95 Jährigen darüber, das sie skypen kann. Auf jeden Fall ist mein Freude-Konto für diese Woche gut gefüllt!

Hallo Welt!

Wohin mit unsortierten Gedanken, tollen Erlebnissen, oder einfach all den Dingen, die ich schon immer mal aufschreiben wollte? Blog doch, sagte mein Freund Gerd. Ich? Bloggen? In meinem Alter? Die Tochter einer guten Freundin stellte neulich mitfühlend fest, dass wir – also ihre Mutter und deren Freundinnen, alle um die 50 – zur Generation Analog gehören. Deshalb würden wir gerne über Festnetz telefonieren, scheuten es uns bei facebook anzumelden und – ja, Bloggen, das sei eben auch nicht unbedingt unser Ding. Ich stelle mich also der digitalen Herausforderung – und blogge! Es gibt hier keine festen Rubriken, keine bestimmte Ordnung. Es sind einfach die zufälligen Gedanken einer analogen +45er-in im digitalen Zeitalter. Wer sich hierhin veriirt, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen.